Ministerium rät Fahrschülern „nicht abzuwarten“
Demnach rät eine Sprecherin des Bundesministeriums gegenüber „auto-motor-und-sport.de“: „Wer einen Führerschein jetzt machen möchte, sollte langes Abwarten vermeiden und ihn jetzt machen“.
Der konkrete Zeitplan sieht laut Ministeriums vor, dass die „Einzelmaßnahmen zur Reform erst Ende März 2026 der Verkehrsministerkonferenz vorgelegt werden. Rechtliche Änderungen könnten zwar im ersten Halbjahr 2026 eingeleitet werden, ein Inkrafttreten wird erst für Anfang 2027 in Aussicht gestellt.“ Die Reform werde „eher langfristige Auswirkungen auf die Preisbildung haben“.
Den schnellen billigen Führerschein gibt es nicht
Damit bremst das Ministerium die Erwartungen an einen schnell billiger werdenden Führerschein selbst. Auch wenn es schon einen spürbaren Abwarte-Effekt gibt, den eine dpa-gestützten Umfrage des Verbands Moving International Road Safety Association zeigt. Unter 2.424 Fahrschulen meldeten 84 Prozent der befragten Betriebe seit November 2025 weniger Neuanmeldungen, im Schnitt um 54 Prozent. In Großstädten berichteten rund 90 Prozent der Fahrschulen von Rückgängen, dort im Mittel um 58 Prozent. Mehr als 91 Prozent nannten ausdrücklich die angekündigte Reform als Hauptgrund.
Das führte in der Branche zu massiver Kritik, die Rede ist schon vom „Schnieder-Effekt“ bei den Fahrschulen. Auch die ersten Eckpunkte werden kritisch gesehen, Sicherheitsprobleme, wirtschaftliche Zwänge und hohe Investitionen führen Kritiker an. Dabei waren alle Akteure seit Juli 2025 in die politische Diskussion eingebunden, es habe ein „Stakeholder-Dialog mit Verbänden, der Branche und Verbraucherverbänden stattgefunden, der sich mit einer möglichen Kostenreduzierung für den Führerscheinerwerb und entsprechenden Lösungsvorschlägen beschäftigt hat.“
Die Inhalte für die Reform seien transparent diskutiert worden, sodass es Fahrschulen und zuständigen Behörden ermögliche, „sich rechtzeitig auf Änderungen vorzubereiten“, so die Sprecherin gegenüber „auto-motor-und-sport.de“.
